Hilfsbedürftige in einer freien Gesellschaft

Die Frage nach der Hilfe und Unterstützung von Hilfsbedürftigen wird gegenüber Menschen, die Zwang und Gewalt und somit in ihrer Konsequenz auch den auf seinem Gewaltmonopol beruhenden Staat ablehnen, sehr häufig gestellt und mitunter als Argument gegen eine freie Gesellschaftsordnung angeführt.
Daher kann man annehmen, dass ein großes Interesse daran besteht, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen. Warum also dann Zwang?Es wird immer Menschen geben, die aufgrund diverser Schicksalsschläge auf die Mithilfe und Unterstützung ihrer Mitmenschen angewiesen sind. Aus diesem Grund gilt es unter hilfsbereiten Individuen, denen das Wohlergehen benachteiligter Mitmenschen am Herzen liegt, geeignete Lösungen zu finden.
Fürsorgende Tätigkeiten, wie beispielsweise das Engagement im Falle von Krankheit bzw. der Pflegebedürftigkeit oder auch materielle Unterstützung können ausschließlich von leistungsfähigen Mitmenschen ausgeführt und finanziert werden:
Das geschieht- heute durch einen Großteil der Allgemeinheit, indem ein umverteilender Staat den fleißigen und produktiven Bürgern unter Gewaltandrohung entsprechende Geldmittel abnimmt (Abgaben, wie Steuern & sonst. Beiträge) und mit diesen Mitteln unter anderem die entsprechenden staatlichen Institutionen finanziert, deren Beamte und übrigen Beschäftigte entsprechende Leistungen in die Wege leiten und ausführen;
– in einer freien Gesellschaft, die einer Marktwirtschaft entspricht (und in der damit einhergehend kein Staat existiert) einerseits durch entsprechend vereinbarte Leistungen der im Vorfeld abgeschlossenen Verträge und im Falle von Krankheit, Invalidität, etc. leistenden Versicherungsgesellschaft. (Zur Lektüre empfohlen sei hier der äußerst lesenswerte und umfangreiche Artikel-Zweiteiler von Ralf Karnowsky zur „Existenzsicherung in einer freien Gesellschaft“; Teil 1Teil 2 !)
Andererseits kann davon ausgegangen werden, dass das schon heute beachtliche freiwillige ehrenamtliche Engagement und Spendenaufkommen von hilfsbereiten Mitmenschen in einer freien Gesellschaftsordnung deutlich steigen dürfte, da
1. Einkommensbezieher über deutlich höhere Nettogehälter verfügen würden (da sie nicht wie heute ca. 70% ihres Einkommens unter Androhung von Gewalt an den Staat abführen müssten, siehe auch: „Ihre skandalöse Abgabenlast„);
2. die Kaufkraft eines freien Marktgeldes nicht ständig sinken, sondern mindestens gleichbleibend bzw. dank des technischen Fortschritts kontinuierlich steigen dürfte und
3. den Menschen innerhalb dieser freien Gesellschaftsordnung, aufgrund der beiden voran genannten Punkte, folglich deutlich mehr Mittel zur Verfügung stehen, die die eigene Bedürftigkeit ausschließt und darüber hinaus das Potential und die Bereitschaft etwaiger Hilfeleistungen wie Spenden oder ehrenamtliche Tätigkeiten enorm erhöht.
Das Aufkommen von Stiftungen, ehrenamtlichen Vereinen und Einrichtungen, etc. ist heutzutage schon beachtenswert und ständig wachsend, da Armut und Bedürftigkeit einerseits bedauerlicherweise offensichtlich größer werden, andererseits offenbar aber auch das Bewusstsein für entsprechende Schieflagen unserer Zeit und die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung steigt.
Denken Sie nur an so wundervolle Einrichtungen, wie die „Tafeln“, ein Netzwerk von knapp 900 regionalen Anlaufstellen, die nach eigenen Angaben wöchentlich 1,5 Millionen bedürftige Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen. All dies geschieht in freiwilliger Kooperation zwischen Sponsoren und über 50.000 ehrenamtlich tätigen Mitmenschen. Dieses Projekt verdeutlicht auch, dass es keiner auf Zwang und Gewalt basierenden, autoritären und intervenierenden Institution bedarf, um derartige gesellschaftliche Probleme in Bezug auf die Grundversorgung mit Nahrungsmitteln zu lösen.
Denken Sie auch an die potentiellen Spender und Unterstützer, die heutzutage ausbleiben, da „sich ja der Staat um die Bedürftigen kümmert“. Das Potential zur Hilfe ist heute schon groß und es wäre in einer freien Gesellschaft um ein vielfaches größer.
Erinnern Sie sich noch an das Tsunami-Unglück 2004 im indischen Ozean? Allein die Deutschen spendeten freiwillig über 670 Millionen € aus ihrem Privatvermögen, wie Focus 2005 berichtete. Anlässlich des Elbhochwassers 2002 im Osten Deutschlands wurden auch schon 350 Millionen € gespendet.
Die Menschen, die Arbeit haben, verdienen in einer freien Gesellschaft „netto gleich brutto“, also erheblich mehr und werden es sich leisten können, gute Berufsunfähigkeits-, Kranken-, Arbeitslosen-, Lebens-Versicherungen, etc. abzuschließen. In einer freien Gesellschaft wird außerdem wieder die Familie an Bedeutung gewinnen, denn das war vor der Ära des Sozialstaats über Jahrtausende das klassische Sicherheitsnetz. Der kleine Teil der Menschen, der auch hier keine Hilfe bekommt, ist dann tatsächlich auf die freiwillige Hilfe von Mitmenschen angewiesen, die dann mehr zum Spenden zur Verfügung haben und wieder Spaß daran entwickeln, weil man sie nicht mehr zwingt und die Hilfe tatsächlich benötigt wird.
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