Emanuel Mahrholdt: Organhandel. Wieso eigentlich nicht?

Ungefähr 11000 Deutsche warten derzeit auf eine neue Niere, 2500 auf eine neue Leber. Für 1000 Patienten pro Jahr kommt das Organ jedoch zu spät – sie sterben innerhalb der Wartezeit. Doch wie kann man das verhindern? Viele Ökonomen und Gesundheitsexperten forden einen freien Markt für Spenderorgane. Kann das überhaupt funktionieren?

Auf der einen Seite gibt es viele Menschen, die ein Organ benötigen und auf der anderen etliche Menschen, die das Geld gut gebrauchen könnten. Ökonomen schätzen den Preis für eine Niere auf einem freien Markt zwischen ungefähr 20.000 und 30.000€. Dass ein armer Mensch dieses Geld gut gebrauchen könnte, ist wohl allen klar, aber wie sieht es mit der Nachfrageseite aus? Der Bayreuther Wissenschaftler Peter Oberender rechnet vor: Eine Nierentransplantation kostet inklusive Organ etwa 80 000 Euro, hinzu kommen 15 000 Euro für Medikamente pro Jahr. Die Behandlung eines Dialyse-Patienten dagegen schlägt jedes Jahr mit 50 000 Euro zu Buche. Schon nach zwei Jahren würde sich eine Transplantation rechnen.

Kritiker des Marktes behaupten, dass sich ein Mensch dafür verzwecken könnte und dass das Risiko des Todes von Menschen mit nur einer Niere deutlich höher ist. Verzwecken sich Prostituierte, weil sie ihren Körper auf dem Markt anbieten? Ich sehe kein Problem darin, wenn sich Erwachsene Menschen freiwillig dazu entscheiden ihren Körper auf dem Markt anzubieten. Zum zweiten Kritikpunkt kann man sagen, dass bei 90% der Menschen, die ein Nierenversagen erleiden, beide Nieren ausfallen und somit das Risiko zu sterben für Menschen mit nur einer Niere nicht wesentlich höher ist.

Das derzeitige System in Deutschland bietet keinerlei Anreize für Menschen ihr Organ zu spenden. Derzeit ist es nur für Verwandte, enge Bekannte und Tote möglich ihr Organ an jemanden abzugeben. Wieso aber sollte jemand nach dem Tod ein Organ spenden, wenn er keinen Anreiz dazu hat? Ich finde es ist gut, wenn beispielsweise ein Afrikaner oder Asiate seine Familie ernähren, seinen Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen und für sich selbst gesundheitlich vorsorgen kann. Organhandel ist fair, deshalb sollte er legalisiert werden!

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